echter Testbericht zum SONY PDA PEG-UX50


PEG UX 50 (drehbares Kameraauge im rechten Bild, links oben)

Ich bin seit Jahren im Besitz eines PSION 5mx Pro. Dieses Gerät wird leider nicht weiter gefertigt und auch nicht seitens PSION weiterentwickelt. Diese Geräte setzten jedoch schon vor Jahren Standards bei den Tastatur PDAs, die bis heute von keinem Modell wieder erreicht wurden.


PSION 5mx Pro

Der neue SONY PDA UX 50 ließ uns PSIONiere hoffen. Wenn auch absehbar war, dass er in nicht allen Punkten den Anforderungen gerecht wird, so hatte ich doch gehofft, dass Gerät erfordert nicht so sehr viele Kompromisse und ist ein würdiger Nachfolger.

Aus diesem Grund erwartete ich seit Mitte 2003 sehnlichst dieses Gerät, welches zuerst in Japan, dann am 13.09.2003 in Amerika und seit Ende Oktober auch in Deutschland/Europa erhältlich ist. Ich habe es bei einem sehr guten Händler (Bluehand) bestellt und zeitnah und zudem zu einem günstigen Preis von ca. 700 Euro erhalten.

Am 24.10. war in Berlin das 15. PSION-Treffen (http://psionman.gmxhome.de/psion/psitreffen15.html). Ich hatte somit zwei Tage, mich mit dem Gerät vorab vertraut zu machen, es im Alltag zu testen, um dann die Resultate der PSION-Gemeinschaft mitzuteilen und dieser persönlich das Gerät zu zeigen. Alle waren gespannt, aber dann auch nach meiner kleinen Präsentation einer Meinung: Der neue SONY hat nicht das Zeug, den PSION zu ersetzen. Jedenfalls nicht bei denen, die den PSION gerade wegen seines genialen Betriebssystems, des großen LCDs und der höchst ergonomischen Tastatur bei einer jederzeit ersetzbaren Stromversorgung lieben.

Hier aber nun doch ehrlich meine persönliche Meinung. Ich habe mir den UX 50 bewusst nicht schön geredet, sondern bin völlig wertneutral an die Bewertung herangegangen. Jeden Punkt habe ich dann in meinem Gesamturteil innerlich bewertetet und davon abhängig meine Gesamtentscheidung getroffen.

Positiv

Negativ

Hier sind deutlich die Schnittstellen des Gerätes erkennbar. Ein eingelegter MemoryStick ragt etwas aus dem Gerät und die olle Öse hätte sich SONY wirklich sparen können. Ein Anschluß für die Stromversorgung wäre besser gewesen.

Das Display ist wirklich genial. Noch besser als auf diesem Foto. Hier sieht man einige der wenigen Anwendungen, die die gesamte Bildschirmfläche ausnutzen. Ich weiß nicht, wie man Screenshots auf dem PDA macht, sonst hätte ich noch mehr Bilder - auch von Anwendungen gezeigt. Eine Digi- oder WebCam bringt die brilliante Qualität leider nicht gut genug rüber.

Fazit:

Alles in allem ein netter Versuch, aber nichts ausgereiftes. Hauptbeweggründe für die Rücksendung sind:

  1. die Art, wie der SONY nur mit Strom versorgt werden kann,

  2. die äußerst unergonomische Tastatur,

  3. das absolut nicht auf eine Tastatur abgestimmte Betriebssystem,

  4. die Fehlkonstruktion, dass der PDA bei Stiftbedienung immer nach hinten weg kippt (Elchtest negativ) und

  5. das alles unter dem Gesichtspunkt von gut 700 Euro (Stand: Herbst 2003).

Wirklich unverständlich ist, warum die Tastatur so schlechte mechanische Werte aufweist. Hier hätte SONY wirklich die Tasten hervor stehen lassen können und so wäre auch eine spürbare Abgrenzung der Tasten in den Fingerkuppen zu fühlen gewesen.

Die Stromversorgung von ca. 5V und einen Strom von ca. 1A kann auch ein aktiver USB-Hub aufbringen. SONY sieht keine Stromversorgung, Akkuladung über die USB-Buchse vor. Hierfür muss immer eine Art Untersatz (SONY nennt das Teil Charger Cradle) [siehe Bild] und hier im Shop

http://www.sonystyle.com/is-bin/INTERSHOP.enfinity/eCS/Store/en/-/USD/SY_DisplayProductInformation-Start?ProductSKU=PEGAJC40K
 

benutzt werden. SONY plant auch eine GPS-Lösung für den mobilen Einsatz auf den Markt zu bringen. Mit dem UX 50 sollte man also nicht allzu weit im Auto fahren wollen, denn ohne Platte ist nichts mit Kfz-Kabel und Nachladen. Diese Lösung würde mich zwingen, 3 Platten ab ca. $50,- zu kaufen: Büro, Grundstück, Auto - die mitgelieferte bliebe dann daheim. Sicher würde ich mir eher bei Conrad Kontaktstifte kaufen und diese auf einer Lochrasterplatte pfiffig anbringen, aber schön ist das nicht und das an einem 700 Euro Gerät? Oder man(n) könnte den UX50 öffnen und die 3,5mm Klinke als Ladebuchse durch Anlöten von zwei Drähten zu den Kontaktfahnen umbauen, naja ...
Der Akku ist nicht austauschbar, fest eingebaut ... seine Laufzeit m.E. nicht ausreichend.

Dann das Betriebssystem: Es zwingt dazu, weil man in ihm (bis heute) nicht an eine Tastatur gedacht hat, ständig den Stift oder den Fingernagel für Bildschirmeingaben zu nutzen. Selbst palmtypische Tasten für Menü oder "Home" fehlen. Der Effekt ist dann, dass man mit dem Stift ständig das Gerät zum Kippen bringt, sich sogar bei dem angezielten Bildschirmpunkt vertut und so den Dialog gar nicht beantworten kann. Beim PSION wurde dies schon alleine durch seine Konstruktion verhindert - SONY: Bitte Hausaufgaben machen und andere Konstrukteure einstellen.

Für 300 Euro wären die Mängel erträglich, kann man den Markt abwarten, bis die Hersteller von Software andere Auflösungen berücksichtigen oder Palm sein OS hinsichtlich einer Tastaturbedienung optimiert. Alles über 300 Euro, also die 700 Euro sind als Spielzeug zu viel. Ich will auch unterwegs große Textmengen erfassen. Das Display ist wirklich gut, es könnte aber größer sein, gerne so wie das im PSION: 640x240, aber die ersten PDAs in VGA-Auflösung werden ja gerade gebaut.

Ich warte jetzt weiter ab und übrigens war auf dem PSION-Treffen (siehe http://www.psionwelt.de bzw. http://psionman.gmxhome.de/psion/psitreffen15.html) nach meiner Präsentation keiner, der den PDA kaufen würde.

Bei dem Test oben stütze ich mich auf Funktionen und Programme, die mitgeliefert wurden. Ich bin mir bewusst, dass durch Zusatzsoftware und Tools die eine oder andere Funktion machbar ist bzw. mehr möglich wäre. Es ging aber in diesem Test darum, wie praxistauglich der UX50 von vorn herein ist.

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erstellt am 26.10.2003 Steste